Wie lassen sich Websites, Verwaltungsportale und Online-Dienste von Behörden überwachen?

Kurz zusammengefasst: Was sollte im öffentlichen Sektor überwacht werden?
Ein wirksames Monitoring von Websites und Online-Diensten von Behörden sollte nicht nur die reine Erreichbarkeit prüfen, sondern auch die korrekte Funktion und die Performance.
In der Praxis sollten insbesondere folgende Bereiche überwacht werden:
- die Erreichbarkeit von Behörden-Websites, Verwaltungsportalen, Bürgerportalen und Online-Diensten,
- das Vorhandensein erwarteter Inhalte und die Erkennung von Teilstörungen,
- Antwort- und Ladezeiten,
- wichtige Nutzerprozesse wie Anmeldung, Formulare, Terminbuchungen oder Zahlungen,
- SSL-Zertifikate, Domains und weitere technische Faktoren, die die Verfügbarkeit beeinflussen,
- Störungen rund um die Uhr mit automatischer Benachrichtigung interner und externer Verantwortlicher,
- Historie, Berichte und Diagnosematerial zur späteren Analyse von Vorfällen.
Besonders aussagekräftig ist ein externes Monitoring aus Sicht der tatsächlichen Nutzerinnen und Nutzer. Es benötigt keine Installation zusätzlicher Software in der Infrastruktur der Behörde und kann deshalb unabhängig von internen Überwachungssystemen eingesetzt werden.
Was bedeutet Monitoring von Websites und Online-Diensten in Behörden und Kommunen?
Der Begriff „Monitoring“ kann im öffentlichen Sektor unterschiedliche Dinge bedeuten. Diese Bereiche sollten klar voneinander getrennt werden, da sie verschiedene Ziele verfolgen und unterschiedliche Werkzeuge benötigen.
Verfügbarkeit, Performance und korrekte Funktion
Ist die Website der Behörde erreichbar? Funktioniert das Serviceportal? Werden die richtigen Inhalte angezeigt? Lädt die Seite schnell genug? Können Bürgerinnen und Bürger ein Formular ausfüllen, sich anmelden oder einen Online-Antrag vollständig durchlaufen?
Genau diese Art des Monitorings ist das Hauptthema dieses Artikels.
Ziel ist die kontinuierliche, automatisierte Überprüfung öffentlich zugänglicher Websites und Online-Dienste aus Sicht ihrer Nutzerinnen und Nutzer sowie die schnelle Erkennung und Meldung von Ausfällen, Verlangsamungen und Funktionsfehlern.
Digitale Barrierefreiheit
Ein eigener Bereich ist die digitale Barrierefreiheit. Websites und mobile Anwendungen öffentlicher Stellen sollen auch von Menschen mit Behinderungen ohne besondere Erschwernis genutzt werden können.
Für öffentliche Stellen des Bundes bilden insbesondere das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) und die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0) die rechtliche Grundlage. Technisch spielt außerdem die harmonisierte europäische Norm EN 301 549 eine zentrale Rolle. Weitere Informationen bieten beispielsweise die Hinweise zur digitalen Barrierefreiheit des Bundes.
Diese Art der Überwachung beantwortet also vor allem die Frage, ob digitale Angebote für Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen zugänglich sind. Sie beantwortet nicht die Frage, ob der Dienst gerade erreichbar ist und technisch korrekt funktioniert.
Informationssicherheit und Cybersecurity
Ein weiterer Bereich ist die Überwachung der Informationssicherheit. Dazu gehören unter anderem das Erkennen von Schwachstellen, unautorisierten Aktivitäten, Angriffen, Schadsoftware und anderen Sicherheitsrisiken.
Für deutsche Behörden und Kommunen ist dabei insbesondere das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) relevant. Der BSI IT-Grundschutz bietet einen systematischen Rahmen für Informationssicherheit; für Kommunalverwaltungen existiert zudem ein eigenes IT-Grundschutz-Profil zur Basis-Absicherung von Kommunalverwaltungen.
Das Monitoring der Verfügbarkeit und korrekten Funktion ersetzt keine SIEM-, SOC-, EDR- oder Schwachstellenmanagement-Lösung. Es kann diese Systeme jedoch sinnvoll ergänzen, weil es von außen sichtbare Folgen eines Sicherheitsvorfalls erkennen kann – etwa Nichterreichbarkeit, starke Verlangsamung, veränderte Inhalte oder Funktionsfehler.
Im weiteren Verlauf konzentrieren wir uns auf das technische Monitoring der Verfügbarkeit, Performance und korrekten Funktion von Behörden-Websites, Verwaltungsportalen und digitalen Verwaltungsleistungen.
Warum benötigen Websites und Online-Dienste von Behörden ein 24/7-Monitoring?
Websites, Bürgerportale und Online-Verwaltungsleistungen stehen Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen rund um die Uhr zur Verfügung – unabhängig von den Öffnungszeiten einer Behörde. Entsprechend können auch Störungen jederzeit auftreten: am Abend, in der Nacht, am Wochenende oder an Feiertagen.
Beginnt ein Ausfall nach Dienstschluss, kann er ohne automatisiertes Monitoring viele Stunden unbemerkt bleiben.
Ein Dienst kann auch außerhalb der Arbeitszeit ausfallen
Die Ursache muss nicht in einem vollständigen Serverausfall liegen. Eine Anwendung oder Datenbank kann fehlerhaft arbeiten, ein Webserver kann Probleme haben, ein SSL-Zertifikat kann abgelaufen oder falsch konfiguriert sein, die Infrastruktur kann überlastet sein oder ein Update kann einen Fehler verursacht haben. Ebenso können externe Dienstleister, Netzwerkkomponenten oder Rechenzentren die Ursache sein.
Ohne externes Monitoring ist unter Umständen eine Bürgerin oder ein Bürger die erste Person, die den Fehler bemerkt.
Die Anwesenheit eines Administrators reicht nicht aus
Auch wenn eine Behörde über eine eigene IT-Abteilung verfügt oder einen externen IT-Dienstleister einsetzt, kann die Funktionsfähigkeit aller Websites und Anwendungen nicht dauerhaft manuell kontrolliert werden.
Automatisiertes Monitoring prüft die Dienste rund um die Uhr in regelmäßigen Intervallen. Sobald ein Problem erkannt und bestätigt wird, kann die Information automatisch an die zuständigen Personen weitergeleitet werden.
Der Administrator muss also nicht ständig selbst prüfen, ob eine Website oder ein Serviceportal noch funktioniert, sondern wird dann informiert, wenn tatsächlich Handlungsbedarf besteht.
Verfügbarkeit ist für Bürgerinnen, Bürger und Mitarbeitende relevant
Eine nicht verfügbare Online-Verwaltungsleistung kann verhindern, dass Informationen abgerufen, Formulare eingereicht, Termine gebucht, Zahlungen durchgeführt, Anträge gestellt oder Bearbeitungsstände geprüft werden. Besonders problematisch ist dies, wenn eine digitale Handlung innerhalb einer Frist erledigt werden muss.
Nicht nur die Verfügbarkeit, sondern auch die Geschwindigkeit zählt
Ein Dienst muss nicht vollständig ausgefallen sein, um für seine Nutzer problematisch zu sein.
Deutlich längere Lade- oder Antwortzeiten können auf eine Überlastung, Datenbankprobleme, Fehler nach einem Deployment oder Probleme einzelner Komponenten hinweisen.
Monitoring sollte deshalb nicht nur die Frage beantworten: „Funktioniert der Dienst?“, sondern auch: „Funktioniert er korrekt und schnell genug?“
So lassen sich Performance-Probleme erkennen, bevor sie zu einem vollständigen Ausfall führen.
24/7-Monitoring verkürzt die Reaktionszeit
Der größte operative Vorteil eines kontinuierlichen Monitorings liegt in der Verkürzung der Zeit zwischen dem Auftreten einer Störung und dem Beginn der Reaktion.
Wird ein Ausfall bereits wenige Minuten nach seinem Auftreten erkannt und automatisch gemeldet, können interne oder externe Verantwortliche wesentlich früher mit der Diagnose beginnen als dann, wenn erst eine Nutzerbeschwerde eingeht.
Was sollte eine Behörde konkret überwachen?
Der Umfang des Monitorings sollte alle öffentlich zugänglichen Websites und Anwendungen umfassen, deren Ausfall oder Fehlfunktion den Zugang zu Informationen oder die Nutzung von Verwaltungsleistungen erschweren kann.
Dazu gehören nicht nur die zentrale Website, sondern auch Serviceportale, Bürgerportale, Fachanwendungen und weitere browserbasierte Angebote.
Website der Behörde oder Kommune
Die zentrale Website ist häufig der wichtigste digitale Einstiegspunkt für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen. Neben der reinen Erreichbarkeit sollten deshalb auch die Serverantwort, erwartete Inhalte, Antwort- und Ladezeiten, das SSL-Zertifikat sowie die Domain überwacht werden.
Eine Website kann technisch mit HTTP 200 antworten und trotzdem eine Fehlerseite, leeren Inhalt oder eine Meldung eines vorgeschalteten Systems anzeigen. Deshalb reicht die reine Prüfung der Serverantwort nicht aus.
Verwaltungs-, Service- und Bürgerportale
Bei Portalen ist ein reines Verfügbarkeitsmonitoring in vielen Fällen zu wenig.
Die Startseite kann korrekt laden, obwohl ein zentraler Prozess nicht funktioniert. Fehler können erst bei der Anmeldung, bei der Auswahl einer Verwaltungsleistung, beim Wechsel zwischen einzelnen Schritten, beim Ausfüllen eines Formulars, beim Hochladen von Dateien, beim Speichern von Daten, bei einer Zahlung oder beim Absenden eines Antrags auftreten.
Deshalb sollten Portale mit Szenarien überwacht werden, die reale Nutzerhandlungen möglichst genau nachbilden.
Online-Formulare
Formulare benötigen häufig eine separate Funktionsprüfung. Das Monitoring sollte nicht nur feststellen, ob das Formular angezeigt wird, sondern auch, ob es ausgefüllt, validiert und erfolgreich abgeschlossen werden kann.
Ein Formularfehler ist ein typisches Beispiel für eine Störung, die durch einen einfachen Uptime-Test der Startseite nicht erkannt wird.
Online-Terminvereinbarung
Wenn Termine online gebucht werden können, lohnt sich auch die Überwachung dieses Prozesses.
Das Monitoring kann prüfen, ob die Terminbuchung erreichbar ist, ob die einzelnen Schritte funktionieren, eine Leistung und ein Termin ausgewählt werden können und ob der gesamte Vorgang mit einer korrekten Bestätigung endet.
Bürgerkonten und Zahlungssysteme
Auch Bürgerkonten, Portale für Gebühren oder Abgaben, Online-Zahlungen und andere mehrstufige Anwendungen können in das Monitoring einbezogen werden.
Entscheidend ist dabei die Überwachung des vollständigen Prozesses und nicht nur der jeweiligen Startseite.
Weitere öffentliche Webanwendungen
Je nach Kommune oder Behörde kann das Monitoring auch Beteiligungsplattformen, Mängelmelder, Bürgerhaushalts- oder Beteiligungssysteme, Dokumentensuchen, Geodatenportale, Online-Anträge, Websites kommunaler Einrichtungen und weitere digitale Angebote umfassen.
Eine einfache Faustregel lautet: Wenn eine Nutzerin oder ein Nutzer einen Dienst über das Internet aufrufen kann und dessen Ausfall den Zugang zu Informationen oder die Erledigung eines Verwaltungsvorgangs beeinträchtigen würde, sollte ein Monitoring in Betracht gezogen werden.
Reines Verfügbarkeitsmonitoring reicht nicht aus
Ein einfaches Website-Monitoring beschränkt sich häufig darauf zu prüfen, ob ein Server antwortet und eine bestimmte URL erreichbar ist. Das ist ein sinnvoller Anfang, reicht für Behörden-Websites und digitale Verwaltungsleistungen aber meist nicht aus.
Ein Dienst kann technisch erreichbar sein und für den Nutzer trotzdem praktisch unbrauchbar sein.
Der Server läuft, aber der Dienst funktioniert nicht
Ein typisches Beispiel ist eine Seite, die mit einem korrekten HTTP-Statuscode antwortet, aber statt des erwarteten Inhalts eine Anwendungsfehlermeldung, eine leere oder unvollständige Seite, eine Wartungsseite oder Inhalte eines vorgeschalteten Systems anzeigt.
Deshalb sollte das Monitoring nicht nur die Serverantwort, sondern auch das Vorhandensein eines erwarteten Inhalts prüfen.
Bei einer Behörden-Website kann dies beispielsweise ein charakteristischer Text, der Name der Behörde oder ein anderer Inhalt sein, dessen Vorhandensein bestätigt, dass tatsächlich die richtige Seite ausgeliefert wurde.
Teilausfälle bleiben sonst unbemerkt
Schwieriger zu erkennen sind Teilstörungen. Die Startseite kann einwandfrei funktionieren, während ein Kontaktformular keine Daten übermittelt, eine Suche keine Ergebnisse liefert, die Anmeldung scheitert, eine Schaltfläche nicht reagiert oder ein Zahlungsschritt mit einem Fehler endet.
Ein einfacher Uptime-Test der Startseite erkennt solche Probleme nicht.
Bei komplexeren Diensten sollten deshalb gezielt einzelne Seiten, Funktionen und Prozesse überwacht werden.
HTTP-Statuscodes sind nur ein Signal
HTTP-Statuscodes sind für die Diagnose wichtig, sollten aber nicht das einzige Bewertungskriterium sein.
Eine Antwort „200 OK“ garantiert nicht, dass die Seite korrekt funktioniert. Ebenso muss ein einzelner Fehler nicht automatisch einen längeren Ausfall bedeuten.
Wirksames Monitoring kombiniert mehrere Prüfungen: Statuscode, Seiteninhalt, Antwort- und Ladezeit, Nutzer-Szenarien sowie eine erneute Bestätigung erkannter Probleme.
Monitoring sollte die reale Nutzung nachbilden
Die wichtigste Frage lautet nicht „Läuft der Server?“, sondern: „Kann die Nutzerin oder der Nutzer den Dienst tatsächlich verwenden?“
Bei einer einfachen Informationsseite genügt oft die Kombination aus Verfügbarkeit, Inhaltsprüfung und Performance-Messung. Bei einem Serviceportal kann dagegen ein kompletter Ablauf notwendig sein – vom Öffnen der Anwendung über das Ausfüllen eines Formulars bis zur Prüfung des erwarteten Ergebnisses.
Erst damit lassen sich auch Fälle erkennen, in denen ein Dienst formal erreichbar, praktisch aber nicht funktionsfähig ist.
Wie lässt sich die Performance von Websites und Online-Diensten überwachen?
Verfügbarkeit ist nur ein Teil der Dienstqualität. Eine Behörden-Website oder ein Verwaltungsportal kann erreichbar sein und trotzdem so langsam reagieren, dass die Nutzung unangenehm oder kaum möglich ist.
Deshalb sollte das Monitoring auch die Performance erfassen.
Antwortzeit und Ladezeit
Zwei Kennzahlen sollten unterschieden werden. Die Server-Antwortzeit zeigt, wie schnell ein Server auf eine Anfrage reagiert. Die Ladezeit beschreibt dagegen, wie lange es dauert, bis eine komplette Seite mit ihren Ressourcen geladen wurde.
Eine kurze Server-Antwortzeit bedeutet nicht automatisch eine schnelle Website. Skripte, Stylesheets, Bilder oder externe Dienste können den vollständigen Seitenaufbau deutlich verzögern.
Für Bürgerinnen und Bürger zählt letztlich, wie lange sie tatsächlich warten müssen, bis sie den Dienst nutzen können.
Eine Verlangsamung kann ein frühes Warnsignal sein
Plötzlich längere Antwort- oder Ladezeiten können auf Server- oder Leitungsüberlastung, Datenbankprobleme, ineffiziente Änderungen nach einem Update, Störungen einzelner Komponenten oder Probleme externer APIs und Content-Dienste hindeuten.
Performance sollte deshalb nicht nur aus Komfortgründen überwacht werden, sondern auch als Frühindikator für einen sich verschlechternden Systemzustand.
Schwellenwerte für Performance-Alarme
Monitoring kann nicht nur auf vollständige Nichterreichbarkeit reagieren, sondern auch auf überschrittene Antwort- oder Ladezeiten.
Ein Alarm kann beispielsweise ausgelöst werden, wenn eine definierte Antwortzeit überschritten wird, eine Seite zu lange lädt oder sich die Performance über mehrere Messungen hinweg verschlechtert.
So können Probleme erkannt werden, bevor erste Beschwerden eingehen.
Performance aus Sicht der Nutzer messen
Wie bei der Verfügbarkeit sollte auch die Performance von außen gemessen werden.
Eine interne Servermessung kann unauffällig sein, obwohl Nutzerinnen und Nutzer Verzögerungen durch Netzwerkpfade, vorgeschaltete Systeme, externe Ressourcen oder die Browserausführung erleben.
Besonders aussagekräftig sind daher Messungen, die das reale Laden einer Website im Browser nachbilden.
Auch einzelne Prozessschritte können langsam sein
Bei Anwendungen reicht es nicht immer, nur die Startseite zu messen. Eine Verlangsamung kann erst bei der Anmeldung, einer Suche, beim Speichern von Daten, beim Generieren eines Dokuments, bei einer Zahlung oder beim Absenden eines Antrags auftreten.
Ein Szenario-Monitoring kann deshalb zugleich helfen, Performance-Probleme einzelner Prozessschritte zu erkennen.
Trends sind wichtiger als Einzelwerte
Eine einzelne langsamere Messung ist noch kein Problem. Wichtiger ist die Entwicklung über die Zeit.
Regelmäßige Messungen zeigen, ob eine Website schrittweise langsamer wird, ob Performance-Probleme nach bestimmten Deployments auftreten, sich zu bestimmten Tageszeiten wiederholen oder einzelne Dienste dauerhaft schlechtere Werte liefern als andere.
Monitoring von Prozessen und Nutzer-Szenarien
Bei Serviceportalen, Formularen und anderen Webanwendungen reicht die reine Erreichbarkeit nicht aus, um zu bestätigen, dass Nutzer ihre Anliegen tatsächlich erledigen können.
Die Anwendung kann korrekt geöffnet werden, während ein späterer Prozessschritt fehlschlägt.
Deshalb sollten komplexere Dienste mit Nutzer-Szenarien überwacht werden.
Was ist Szenario-Monitoring?
Szenario-Monitoring bedeutet, dass ein definierter Prozess automatisiert so durchlaufen wird, wie ihn eine reale Nutzerin oder ein realer Nutzer im Browser ausführen würde.
Ein Szenario kann das Öffnen einer Seite, die Auswahl einer Option, das Wechseln zum nächsten Schritt, das Ausfüllen eines Formulars, einen Klick, eine Anmeldung, die Auswahl eines Termins oder einer Leistung sowie die abschließende Prüfung des Ergebnisses umfassen.
Jeder einzelne Schritt kann dabei separat kontrolliert werden.
Formular-Monitoring
Formulare gehören zu den typischen Komponenten eines Online-Dienstes, die trotz erreichbarer Website ausfallen können.
Fehler können ein nicht geladenes Feld, fehlerhafte Validierung, eine nicht reagierende Weiter-Schaltfläche, Probleme mit Anhängen oder einen Fehler nach dem Absenden betreffen.
Ein Szenario kann das Formular automatisch durchlaufen und prüfen, ob jeder Schritt wie erwartet funktioniert.
Monitoring der Anmeldung
Wenn ein Portal eine Authentifizierung erfordert, sollte auch die Anmeldung überwacht werden.
Eine erreichbare Login-Seite bedeutet nicht, dass die Authentifizierung tatsächlich funktioniert. Das Monitoring kann erkennen, ob das Formular fehlschlägt, die erwartete Antwort ausbleibt oder nach korrekten Zugangsdaten ein Fehler erscheint.
Das Ergebnis ist genauso wichtig wie die Aktion
Ein gut aufgebautes Szenario darf nicht nur „klicken“. Nach einer Aktion muss geprüft werden, ob das erwartete Ergebnis eingetreten ist.
Das kann eine Bestätigungsmeldung, der Wechsel auf eine bestimmte Seite, das Erscheinen eines Textes, eine Statusänderung oder ein generiertes Dokument sein.
So prüft das Monitoring nicht nur die Bedienbarkeit, sondern die tatsächliche Funktion des Prozesses.
Ein Szenario sollte reales Nutzerverhalten widerspiegeln
Es ist nicht notwendig, jede denkbare Funktion einer Anwendung zu automatisieren. Sinnvoller ist es, sich auf die wichtigsten Nutzerpfade zu konzentrieren – etwa Anmeldung, Antragstellung, Terminbuchung, Zahlung oder Statusabfrage.
So werden zentrale Funktionen regelmäßig geprüft, ohne dass Mitarbeitende diese manuell testen müssen.
Szenario-Monitoring erkennt unsichtbare Teilstörungen
Ein einfacher Test kann bestätigen, dass ein Portal antwortet. Ein Szenario kann dagegen feststellen, dass ein Nutzer nicht zum nächsten Schritt gelangt, ein Formular nicht absenden kann oder ein Vorgang nicht abgeschlossen wird.
Damit beantwortet Szenario-Monitoring die für digitale Verwaltungsleistungen entscheidende Frage: Kann der Nutzer den Dienst tatsächlich von Anfang bis Ende verwenden?
Monitoring von Informations-, Verwaltungs- und Bürgerportalen
Behörden und Kommunen veröffentlichen zahlreiche Informationen und digitale Leistungen über Portale. Aus Monitoring-Sicht sollten solche Angebote als eigenständige Dienste betrachtet werden und nicht lediglich als Unterseiten der Haupt-Website.
Die reine Prüfung einer URL genügt dabei häufig nicht. Ein Server kann antworten, obwohl unvollständige Inhalte, Fehlermeldungen oder Ersatzseiten angezeigt werden.
Verfügbarkeit des Portals
Das grundlegende Monitoring sollte prüfen, ob das Portal aus dem Internet erreichbar ist und ob der Server korrekt antwortet.
So lassen sich vollständige Ausfälle, Serverfehler, Probleme mit SSL-Zertifikaten, deutlich überhöhte Antwortzeiten oder Störungen beim Hosting-Anbieter früh erkennen.
Prüfung erwarteter Inhalte
Zusätzlich zur Serverantwort sollte geprüft werden, ob charakteristische Inhalte vorhanden sind.
Das kann beispielsweise der Name der Behörde, ein typischer Titel oder ein anderer Text sein, der auf einer korrekt geladenen Seite immer erscheinen sollte.
So lässt sich der Fall erkennen, dass die Seite technisch mit HTTP 200 antwortet, aber der erwartete Inhalt nicht verfügbar ist.
Auch wichtige Unterseiten überwachen
Bei größeren Portalen kann es sinnvoll sein, nicht nur die Startseite, sondern auch besonders wichtige Bereiche zu überwachen – beispielsweise Kontaktinformationen, Dokumente, Bekanntmachungen, Ausschreibungen, Formulare, Downloads oder zentrale Service-Seiten.
Dadurch lassen sich Teilstörungen erkennen, obwohl die Startseite weiterhin funktioniert.
Unabhängig von der internen Infrastruktur überwachen
Interne Systeme können melden, dass Server und Anwendungen laufen. Das bedeutet nicht automatisch, dass ein Portal für Nutzerinnen und Nutzer aus dem öffentlichen Internet erreichbar ist.
Externes Monitoring prüft den tatsächlichen Zugriff aus Nutzersicht und ergänzt damit die interne technische Überwachung.
Monitoring technischer Komponenten
Die korrekte Funktion einer Website oder eines Online-Dienstes hängt nicht nur von der Anwendung selbst ab. Auch Domains, SSL-Zertifikate und die Reputation einer Domain oder IP-Adresse können die Nutzbarkeit beeinflussen.
SSL-Zertifikate
Ein gültiges und korrekt konfiguriertes SSL-Zertifikat ist für HTTPS-Angebote unverzichtbar.
Monitoring kann die Gültigkeit des Zertifikats, dessen Ablaufdatum, die Übereinstimmung mit dem Domainnamen und Fehler in der Zertifikatskette kontrollieren.
So lässt sich vermeiden, dass Nutzer plötzlich Sicherheitswarnungen sehen oder den Dienst gar nicht mehr aufrufen können.
Domains
Läuft eine Domain ab, können sämtliche darunter erreichbaren Dienste ausfallen.
Eine Überwachung des Ablaufdatums ermöglicht rechtzeitige Warnungen vor der notwendigen Verlängerung.
Blacklists und Reputation
Domains oder IP-Adressen können auf Blacklists landen – beispielsweise infolge einer Fehlkonfiguration, eines kompromittierten Servers oder einer vorherigen Nutzung einer IP-Adresse.
Dies kann sich unter anderem auf E-Mail-Zustellung und Reputation auswirken. Daher kann auch dieser Bereich Teil des technischen Monitorings sein.
Unbeabsichtigte Sperrung von Suchmaschinen
Eine fehlerhafte robots.txt, HTTP-Header oder andere Einstellungen können Suchmaschinen-Crawler unbeabsichtigt blockieren.
Bei Behörden-Websites kann dies die Auffindbarkeit öffentlicher Informationen in Suchmaschinen verschlechtern.
Die technische Ebene gehört zur Verfügbarkeit
Für Nutzerinnen und Nutzer spielt es keine Rolle, ob ein Problem durch die Anwendung, ein Zertifikat, die Domain oder eine Serverkonfiguration verursacht wird.
Das Ergebnis ist dasselbe: Der Dienst funktioniert nicht oder nur eingeschränkt.
Warum sollte das Monitoring extern erfolgen?
Interne Monitoring-Systeme sind äußerst wertvoll, beantworten aber vor allem die Frage, ob Server, Systemdienste und interne Komponenten funktionieren.
Sie zeigen nicht immer zuverlässig, ob Bürgerinnen und Bürger eine Website tatsächlich öffnen oder eine Online-Leistung nutzen können.
Öffentlich zugängliche Dienste sollten deshalb zusätzlich von außen überwacht werden.
Die Perspektive der Nutzer ist entscheidend
Für einen Nutzer ist unerheblich, dass der Server läuft, die Anwendung aktiv ist und die Datenbank antwortet, wenn die Website von außen nicht erreichbar ist oder eine zentrale Funktion fehlschlägt.
Externes Monitoring beantwortet deshalb die praktischere Frage: Kann eine Person außerhalb der Infrastruktur der Behörde den Dienst tatsächlich nutzen?
Keine Agents und keine zusätzliche Software
Ein großer Vorteil externen Monitorings ist, dass keine Agents, Dienste oder zusätzlichen Komponenten auf den Servern der Behörde installiert werden müssen.
Das Monitoring erfolgt vollständig von außen – ähnlich wie der Zugriff eines normalen Nutzers.
Dies vereinfacht die Einführung und ermöglicht auch die Überwachung von Diensten, die vollständig bei externen Anbietern betrieben werden.
Externes Monitoring ergänzt interne Überwachung
Internes Monitoring kann CPU- und Speicherauslastung, Systemdienste, Datenbanken, Netzwerkgeräte, Logs und andere Infrastrukturparameter überwachen.
Externes Monitoring prüft dagegen das Endergebnis: Antwortet die Website? Ist der richtige Inhalt vorhanden? Lädt sie schnell genug? Funktioniert ein Formular? Kann ein vollständiger Online-Prozess abgeschlossen werden?
Beide Sichtweisen ergänzen sich.
Probleme erkennen, die intern unsichtbar bleiben
Es gibt Situationen, in denen alle internen Komponenten scheinbar funktionieren und der Dienst für externe Nutzer trotzdem nicht nutzbar ist.
Ursachen können beispielsweise eine fehlerhafte Webserver-Konfiguration, SSL-Probleme, eine gestörte vorgeschaltete Anwendungsschicht, Fehler externer Dienste, falsche Weiterleitungen oder Probleme der Benutzeroberfläche sein.
Externes Monitoring bewertet nicht nur einzelne Komponenten, sondern das reale Ergebnis der gesamten Dienstkette.
Besonders wichtig bei extern betriebenen Diensten
Viele Kommunen und Behörden nutzen Portale und Fachanwendungen, die von externen Dienstleistern betrieben werden.
In solchen Fällen hat die eigene IT nicht immer Zugriff auf Server, Logs oder Diagnosesysteme des Anbieters.
Externes Monitoring liefert eine unabhängige Sicht auf Verfügbarkeit und Funktion – unabhängig davon, wer Hosting und Betrieb verantwortet.
Wie lassen sich Fehlalarme reduzieren?
Monitoring sollte schnell reagieren, aber nicht bei jeder kurzfristigen Netzwerkstörung einen Alarm auslösen.
Ein einzelner fehlgeschlagener Test bedeutet nicht zwangsläufig einen echten Ausfall. Ursache kann ein kurzfristiges Problem auf einem Netzwerkpfad oder nur an einem Messstandort sein.
Deshalb sollten erkannte Störungen von unabhängigen Monitoring-Standorten bestätigt werden.
Bestätigung aus mehreren Standorten
Erkennt die Haupt-Monitoringstation ein Problem, kann derselbe Test automatisch aus weiteren Standorten wiederholt werden.
Erst wenn die Störung unabhängig bestätigt wird, wird sie als tatsächlicher Vorfall behandelt und eine Benachrichtigung ausgelöst.
So lassen sich echte Ausfälle besser von lokalen Verbindungsproblemen unterscheiden.
Weniger Fehlalarme erhöhen die Wirksamkeit
Zu viele unnötige Meldungen verringern schnell das Vertrauen in ein Monitoring-System.
Wenn Administratoren regelmäßig auf Warnungen reagieren müssen, die keinerlei Maßnahmen erfordern, entsteht Alarmmüdigkeit.
Ein gut konfiguriertes Monitoring sollte deshalb vor allem dann benachrichtigen, wenn tatsächlich eine Reaktion erforderlich ist.
Geeignete Schwellenwerte und Verzögerungen
Nicht jede kurzzeitige Überschreitung einer Antwortzeit sollte sofort einen Alarm verursachen.
Je nach Dienst können Schwellenwerte, Wiederholungsprüfungen, mehrere aufeinanderfolgende Fehler oder eine zeitverzögerte Eskalation sinnvoll sein.
Benachrichtigungen über Störungen rund um die Uhr
Das Erkennen einer Störung allein genügt nicht. Die Information muss schnell die Person erreichen, die darauf reagieren kann.
Bei öffentlichen Online-Diensten ist dies außerhalb der üblichen Arbeitszeiten besonders wichtig.
Mehrere Benachrichtigungskanäle
Je nach Kritikalität des Dienstes können Warnungen über verschiedene Kanäle zugestellt werden:
- E-Mail,
- SMS,
- Sprachanruf,
- Integrationen mit externen Systemen und Kommunikationsdiensten.
Für weniger kritische Vorfälle kann eine E-Mail genügen. Ein größerer Ausfall eines Serviceportals kann zusätzlich eine SMS oder einen Anruf rechtfertigen.
Mehrere Empfänger
Für den Betrieb öffentlicher Dienste sind häufig mehrere Personen oder Organisationen verantwortlich.
Benachrichtigungen können an interne IT-Verantwortliche, zuständige Fachbereiche, Führungskräfte sowie an externe Betreiber oder Dienstleister gesendet werden.
Benachrichtigungen direkt an externe Dienstleister
Werden Websites oder Portale extern betrieben, kann es sinnvoll sein, Alarmmeldungen direkt an den zuständigen Anbieter zu senden.
So wird die Reaktionskette verkürzt und die Störung muss nicht zunächst manuell von der Behörde weitergeleitet werden.
Eskalation nach definierter Zeit
Bei länger dauernden Vorfällen können zusätzliche Benachrichtigungen ausgelöst werden.
Ein typisches Schema kann einen ersten Alarm nach Bestätigung der Störung, eine erneute Nachricht nach einer bestimmten Zeit und gegebenenfalls eine Eskalation an weitere Personen umfassen. Nach Ende des Vorfalls kann ebenfalls automatisch informiert werden.
Individuelle Benachrichtigungszeiten
Nicht alle Empfänger müssen rund um die Uhr dieselben Warnungen erhalten.
E-Mails können beispielsweise jederzeit zugestellt werden, während SMS oder Sprachanrufe nur innerhalb bestimmter Zeiten oder ausschließlich an Bereitschaftspersonen gehen.
Berichte und Dokumentation von Vorfällen
Monitoring sollte nicht mit dem Versand eines Alarms enden. Ebenso wichtig ist die Historie von Messungen, Ausfällen und diagnostischen Daten.
Damit lassen sich einzelne Vorfälle nachvollziehen und die Qualität eines Dienstes über längere Zeiträume bewerten.
Historie von Verfügbarkeit und Ausfällen
Ein Monitoring-System sollte Beginn und Ende von Störungen, Gesamtdauer der Nichterreichbarkeit, Anzahl der Vorfälle, Verfügbarkeitswerte sowie Änderungen von Antwort- und Ladezeiten dokumentieren.
Dadurch lässt sich erkennen, ob es sich um einen Einzelfall oder ein wiederkehrendes Problem handelt.
Regelmäßige Berichte und Reports auf Abruf
Berichte können automatisch wöchentlich oder monatlich sowie bei Bedarf auf Abruf erstellt werden. Sie können einzelne Dienste oder Gruppen mehrerer Dienste zusammenfassen.
So lässt sich beispielsweise ein gemeinsamer Bericht für Website, Verwaltungsportal, Terminbuchung und weitere Online-Dienste erstellen.
Diagnosematerial
Die Information „Der Dienst war nicht verfügbar“ reicht für eine technische Analyse oft nicht aus.
Je nach Monitoring-Typ können zusätzliche Daten zur Verfügung stehen:
- Screenshots,
- HTML-Kopien,
- HAR-Dateien,
- HTTP-Statuscodes,
- Antwort- und Ladezeiten,
- Daten einzelner Szenario-Schritte.
Solche Informationen erleichtern die Ursachenanalyse und die Kommunikation mit externen Dienstleistern.
Dokumentation verbessert die Zusammenarbeit mit Anbietern
Statt nur zu melden, dass „das Portal nicht funktioniert hat“, kann die Behörde konkrete Angaben liefern: Zeitpunkt, Dauer, Fehlercode, sichtbarer Seiteninhalt und der konkrete Schritt, an dem der Prozess scheiterte.
Das beschleunigt die Analyse und reduziert Rückfragen.
Geplante Wartungen und Wartungsfenster
Nicht jede Nichterreichbarkeit ist ein ungeplanter Ausfall.
Updates, Wartungsarbeiten, Migrationen oder Änderungen der Infrastruktur können bewusst geplante Unterbrechungen verursachen.
Ein Monitoring-System sollte deshalb Wartungsfenster unterstützen, in denen Benachrichtigungen für bestimmte Dienste vorübergehend ausgesetzt werden.
Geplante Unterbrechungen sollten keine Alarme erzeugen
Ist bekannt, dass ein Dienst für eine definierte Zeit nicht verfügbar sein wird, müssen die Verantwortlichen in diesem Zeitraum nicht über den erwarteten Zustand alarmiert werden.
Einmalige und wiederkehrende Wartungsfenster
Wartungsarbeiten können einmalig oder regelmäßig stattfinden. Deshalb sind sowohl einmalige als auch zyklische Wartungsfenster sinnvoll, idealerweise getrennt je Dienst.
Monitoring kann trotzdem weiter messen
Je nach Konfiguration kann das System die Tests auch während eines Wartungsfensters weiter ausführen und die Ergebnisse speichern, ohne Standardalarme auszulösen.
So lässt sich später nachvollziehen, wann der Dienst tatsächlich ausgefallen und wieder verfügbar geworden ist.
Öffentliche Statusseiten
Bei einem Ausfall wissen Nutzer häufig nicht, ob das Problem auf ihrer Seite oder beim Dienst der Behörde liegt.
Eine öffentliche Statusseite kann als einfacher, unabhängiger Informationskanal dienen und den aktuellen Zustand ausgewählter Dienste anzeigen.
Aktueller Status an einer Stelle
Eine Statusseite kann die Verfügbarkeit der Haupt-Website, von Verwaltungsportalen, Terminbuchungssystemen, Bürgerportalen und weiteren Online-Diensten anzeigen.
Zusätzlicher Kommunikationskanal bei Störungen
Ist eine Störung öffentlich sichtbar, wissen Nutzer sofort, dass die Behörde über das Problem informiert ist. Das kann Supportanfragen reduzieren und die Kommunikation verbessern.
Hinweise zu geplanten Wartungen
Statusseiten können auch angekündigte Wartungsarbeiten kommunizieren und Nutzer im Voraus über zeitweise Einschränkungen informieren.
Unabhängigkeit von der Haupt-Website
Idealerweise wird die Statusseite unabhängig von der überwachten Hauptinfrastruktur betrieben. Fällt die Behörden-Website aus, sollte die Information über die Störung weiterhin erreichbar sein.
Monitoring und Cybersecurity
Monitoring der Verfügbarkeit und Funktion ersetzt keine Systeme der Informationssicherheit.
SIEM, SOC, EDR, Schwachstellenmanagement und Log-Analyse erfüllen andere Aufgaben.
Beide Bereiche hängen jedoch zusammen, weil Sicherheitsvorfälle häufig von außen sichtbare Folgen verursachen.
Welche Folgen von Sicherheitsvorfällen kann Monitoring erkennen?
Externes Monitoring kann vollständige Ausfälle, starke Verlangsamungen, unerwartete Inhalte, fehlende Inhalte, SSL-Probleme, Formularfehler oder fehlerhafte Ergebnisse von Nutzer-Szenarien feststellen.
Solche Symptome können durch einen normalen technischen Fehler, ein fehlerhaftes Deployment oder einen Sicherheitsvorfall verursacht werden.
Monitoring liefert deshalb nicht immer die Ursache, kann aber sehr schnell den sichtbaren Effekt erkennen.
Ein Sicherheitsvorfall sieht nicht immer wie ein Ausfall aus
Eine Website kann weiterhin mit HTTP 200 antworten und dennoch veränderte Inhalte anzeigen, unerwartet weiterleiten, deutlich langsamer werden oder erst in einem bestimmten Prozessschritt fehlschlagen.
Inhalts- und Szenario-Monitoring können deshalb eine sinnvolle Ergänzung zu reinen Uptime-Checks sein.
Externes Monitoring ergänzt interne Sicherheitssysteme
Interne Sicherheitssysteme analysieren Logs, Systemereignisse, Netzwerkverkehr und Geräteverhalten. Externes Monitoring beobachtet dagegen das sichtbare Verhalten des Dienstes aus Nutzersicht.
Beide Perspektiven können sich gegenseitig ergänzen.
Schnelle Erkennung sichtbarer Symptome verkürzt die Reaktionszeit
Erkennt das Monitoring plötzlich veränderte Inhalte, einen Ausfall oder einen Fehler in einem wichtigen Nutzerprozess und sendet sofort eine Warnung, kann das technische Team früher mit der Analyse beginnen.
Wie sollte ein guter Monitoring-Dienst für Behörden und Kommunen aussehen?
Ein geeigneter Monitoring-Dienst sollte unabhängig, rund um die Uhr verfügbar und möglichst wenig invasiv für die Infrastruktur der Behörde sein.
Es geht nicht nur darum zu prüfen, ob ein Server antwortet, sondern ob Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen Websites und Online-Dienste tatsächlich wie vorgesehen nutzen können.
Externes Monitoring
Der Dienst sollte von außen und aus Sicht eines Internetnutzers arbeiten. So können auch Probleme erkannt werden, die interne Systeme nicht sehen.
Zusätzliche Agents oder Software auf Servern der Behörde sollten nicht erforderlich sein.
24/7-Monitoring
Öffentliche Online-Dienste sind auch außerhalb der Dienstzeiten erreichbar. Deshalb sollte das Monitoring ohne Unterbrechung arbeiten und erkannte Probleme nach zuverlässiger Bestätigung sofort melden.
Unterschiedliche Testarten
Je nach Dienst werden unterschiedliche Prüfungen benötigt. Bei einfachen Websites reichen möglicherweise Uptime-Checks, Inhaltsprüfung sowie Messung von Antwort- und Ladezeiten.
Bei Online-Verwaltungsleistungen werden gegebenenfalls komplexere Tests benötigt, beispielsweise Anmeldung, Formulare, mehrstufige Abläufe und die Prüfung des jeweiligen Ergebnisses.
Technische Komponenten
Neben der Anwendung sollten auch SSL-Zertifikate, das Ablaufdatum von Domains, Blacklist-Einträge und eine mögliche unbeabsichtigte Blockierung von Suchmaschinen berücksichtigt werden.
Bestätigung von Ausfällen
Das System sollte Fehlalarme durch eine zusätzliche Verifikation erkannter Probleme reduzieren – idealerweise mithilfe unabhängiger Monitoring-Standorte.
Flexible Benachrichtigungen
Es sollte möglich sein, mehrere Empfänger, unterschiedliche Alarmkanäle, externe Dienstleister, Eskalationen und individuelle Benachrichtigungszeiten zu konfigurieren.
Berichte und Vorfallshistorie
Ein geeigneter Dienst sollte Messhistorie und Berichte für einzelne Dienste sowie Gruppen bereitstellen. Diagnosematerial wie Screenshots, HTML-Kopien, HAR-Dateien und HTTP-Daten erleichtert die Fehleranalyse.
Wartungsfenster und Statusseiten
Geplante Arbeiten sollten sich mit einmaligen und wiederkehrenden Wartungsfenstern abbilden lassen. Öffentliche Statusseiten können zusätzlich die Kommunikation mit Nutzern unterstützen.
Einfache Einführung und EU-Hosting
Für Behörden ist neben der technischen Funktion auch die Art der Bereitstellung relevant. Ein externer Monitoring-Dienst sollte ohne Installation in der eigenen Infrastruktur starten und sich bei Bedarf schrittweise erweitern lassen.
Auch der Speicher- und Verarbeitungsort von Daten ist ein wichtiger Auswahlfaktor. Super Monitoring wird vollständig innerhalb der Europäischen Union gehostet. Auch die Daten der Nutzerinnen und Nutzer werden in der EU gespeichert und verarbeitet.
Wie Super Monitoring diese Anforderungen abdeckt
Die beschriebenen Anforderungen müssen nicht mit einem selbst entwickelten System oder mehreren voneinander getrennten Werkzeugen umgesetzt werden.
Super Monitoring bietet seit über 15 Jahren externes Monitoring für Websites und Webanwendungen und deckt die wesentlichen Anforderungen an Verfügbarkeit, Performance, Funktionsprüfung, Benachrichtigung und Reporting in einer Plattform ab.
Monitoring aus Sicht der Nutzer
Super Monitoring arbeitet vollständig von außen und erfordert keine Installation von Software oder Komponenten in der Infrastruktur der Behörde.
Die Tests bilden den Zugriff realer Nutzer nach. Dadurch lässt sich prüfen, ob eine Website, ein Verwaltungsportal oder ein Online-Dienst aus dem Internet tatsächlich erreichbar ist und korrekt funktioniert.
Von einfachen Uptime-Checks bis zu vollständigen Prozessen
Der Umfang kann an den jeweiligen Dienst angepasst werden.
Für Websites und Informationsportale kann das Monitoring unter anderem die Erreichbarkeit, erwartete Inhalte, Antwort- und Ladezeiten, SSL-Zertifikate, Domain-Ablaufdaten, Blacklist-Einträge und eine unbeabsichtigte Suchmaschinenblockierung umfassen.
Für komplexere Online-Dienste können komplette Nutzer-Szenarien definiert werden. Das System kann in einem normalen Browser Optionen auswählen, Formulare ausfüllen, Schaltflächen anklicken, Anmeldungen durchführen, zwischen Seiten wechseln und erwartete Ergebnisse prüfen.
So lässt sich nicht nur die Erreichbarkeit, sondern die tatsächliche Funktionsfähigkeit eines Online-Dienstes von Anfang bis Ende überwachen.
Automatische Bestätigung erkannter Störungen
Ein erkanntes Problem kann von unabhängigen Monitoring-Stationen bestätigt werden.
Dadurch lässt sich die Zahl von Fehlalarmen reduzieren, die beispielsweise durch ein kurzfristiges Problem an einem einzelnen Messstandort entstehen.
Alarme auch außerhalb der Dienstzeiten
Super Monitoring arbeitet rund um die Uhr.
Benachrichtigungen können sowohl an interne Verantwortliche als auch an externe Dienstleister gesendet werden. Zur Verfügung stehen unter anderem E-Mail, SMS, Sprachanrufe und Integrationen mit externen Systemen.
Zusätzliche Warnungen können nach einer definierten Dauer des Vorfalls sowie nach dessen Ende versendet werden.
Berichte und Diagnosematerial
Super Monitoring speichert die Historie der überwachten Dienste und ermöglicht Berichte auf Abruf sowie wöchentliche und monatliche Reports – für einzelne Dienste oder zusammengefasste Gruppen.
Je nach Testart können bei Vorfällen zusätzliche Diagnoseinformationen wie Screenshots, HTML-Kopien oder HAR-Dateien zur Verfügung stehen.
Wartungsfenster und öffentliche Statusseiten
Geplante Wartungsarbeiten können durch einmalige oder wiederkehrende Wartungsfenster berücksichtigt werden, damit erwartete Unterbrechungen keine unnötigen Alarme auslösen.
Für ausgewählte Dienste kann außerdem eine öffentliche Statusseite bereitgestellt werden.
Hosting und Daten innerhalb der Europäischen Union
Super Monitoring wird innerhalb der Europäischen Union gehostet. Dies gilt auch für die Daten der Nutzerinnen und Nutzer: Sie werden innerhalb der EU gespeichert und verarbeitet.
Für Behörden und öffentliche Einrichtungen ist dies ein zusätzlicher Aspekt bei der Bewertung eines externen SaaS-Dienstes – insbesondere dann, wenn Standort und Verarbeitung von Daten Teil interner Beschaffungs- oder Datenschutzanforderungen sind.
Eine Plattform für mehrere Online-Dienste
Mit einem System können die Haupt-Website, Service- und Bürgerportale, Online-Formulare, Terminbuchungen und weitere Webanwendungen überwacht werden.
Damit erhält die Behörde einen zentralen Überblick, einen gemeinsamen Benachrichtigungsmechanismus und ein einheitliches Reporting für verschiedene digitale Dienste.
FAQ – Monitoring von Behörden-Websites und Online-Diensten
Muss für das Monitoring Software in der Infrastruktur der Behörde installiert werden?
Nein. Das Monitoring kann vollständig von außen erfolgen, ohne Agents oder zusätzliche Komponenten auf den Servern der Behörde zu installieren.
Können Behörden-Websites und Verwaltungsportale überwacht werden?
Ja. Überwacht werden können unter anderem Erreichbarkeit, erwartete Inhalte, Antwort- und Ladezeiten, SSL-Zertifikate und weitere technische Parameter.
Erkennt das Monitoring, wenn eine Website erreichbar ist, aber falsche Inhalte anzeigt?
Ja. Ein HTTP-Statuscode 200 bedeutet noch nicht, dass eine Seite korrekt funktioniert. Das Monitoring kann das Vorhandensein eines definierten Textes prüfen und so Fehlerseiten oder unerwartete Inhalte erkennen.
Können Online-Verwaltungsleistungen überwacht werden?
Ja. Bei komplexeren Anwendungen kann Szenario-Monitoring eingesetzt werden. Damit lassen sich beispielsweise Anmeldung, Auswahl von Optionen, Formulareingaben, Klicks und erwartete Ergebnisse automatisch prüfen.
Können Online-Formulare überwacht werden?
Ja. Das Monitoring kann nicht nur prüfen, ob ein Formular angezeigt wird, sondern auch, ob es ausgefüllt, validiert und erfolgreich abgeschlossen werden kann.
Funktioniert das Monitoring auch außerhalb der Dienstzeiten?
Ja. Das Monitoring läuft 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche. Benachrichtigungen können auch nachts, am Wochenende und an Feiertagen versendet werden.
Wie werden Störungen gemeldet?
Benachrichtigungen können per E-Mail, SMS, Sprachanruf sowie über Integrationen mit externen Systemen und Kommunikationsdiensten erfolgen. Mehrere Empfänger können gleichzeitig informiert werden.
Können auch externe Dienstleister Warnungen erhalten?
Ja. Alarme können neben Mitarbeitenden der Behörde auch direkt an externe Anbieter gesendet werden, die für Betrieb oder Wartung eines Dienstes verantwortlich sind.
Wie lassen sich Fehlalarme reduzieren?
Ein erkanntes Problem kann automatisch aus unabhängigen Monitoring-Standorten bestätigt werden. Dadurch lässt sich ein tatsächlicher Ausfall besser von einem kurzfristigen lokalen Verbindungsproblem unterscheiden.
Kann die Performance einer Website oder Anwendung überwacht werden?
Ja. Das Monitoring kann Antwort- und Ladezeiten messen und auf definierte Schwellenwerte reagieren. So werden neben vollständigen Ausfällen auch deutliche Verlangsamungen erkannt.
Können SSL-Zertifikate überwacht werden?
Ja. Gültigkeit und Ablaufdatum eines Zertifikats können überwacht werden, sodass rechtzeitig vor einem bevorstehenden Ablauf gewarnt werden kann.
Können Domain-Ablaufdaten überwacht werden?
Ja. Das Monitoring kann frühzeitig vor dem Ablauf einer Domain warnen.
Können Domains oder IP-Adressen auf Blacklists überwacht werden?
Ja. Das Auftauchen einer Domain oder IP-Adresse auf ausgewählten Blacklists kann erkannt werden.
Kann eine unbeabsichtigte Sperrung von Suchmaschinen erkannt werden?
Ja. Das Monitoring kann prüfen, ob eine Website beispielsweise durch robots.txt oder HTTP-Header unbeabsichtigt für Suchmaschinen-Crawler blockiert wurde.
Ersetzt das Monitoring Cybersecurity-Systeme?
Nein. Verfügbarkeitsmonitoring ersetzt keine SIEM-, SOC-, EDR- oder Schwachstellenmanagement-Lösung. Es kann diese Systeme jedoch ergänzen, indem es von außen sichtbare Auswirkungen eines Vorfalls erkennt.
Können geplante Wartungsarbeiten berücksichtigt werden?
Ja. Einmalige und wiederkehrende Wartungsfenster können so definiert werden, dass während geplanter Arbeiten keine unnötigen Standardalarme ausgelöst werden.
Können Berichte für mehrere Dienste erstellt werden?
Ja. Reports können für einzelne Dienste oder zusammengefasst für mehrere Dienste erstellt werden. Je nach Konfiguration stehen Berichte auf Abruf sowie wöchentliche und monatliche Reports zur Verfügung.
Gibt es Diagnosematerial für die Analyse von Ausfällen?
Ja. Je nach Testart können Screenshots, HTML-Kopien, HAR-Dateien, HTTP-Statuscodes, Antwort- und Ladezeiten sowie Daten einzelner Szenario-Schritte verfügbar sein.
Können öffentliche Statusseiten bereitgestellt werden?
Ja. Für ausgewählte Dienste kann eine öffentliche Statusseite eingerichtet werden, die aktuelle Verfügbarkeit und gegebenenfalls laufende Störungen oder Wartungen kommuniziert.
Wo werden Super Monitoring und die Nutzerdaten gehostet?
Super Monitoring wird innerhalb der Europäischen Union gehostet. Auch die Daten der Nutzerinnen und Nutzer werden innerhalb der EU gespeichert und verarbeitet.
Ist Super Monitoring für Behörden und Kommunen geeignet?
Ja. Super Monitoring bietet seit über 15 Jahren externes Monitoring für Websites und Webanwendungen. Der Dienst benötigt keine Installation in der Infrastruktur der Behörde und kann an die Überwachung von Websites, Verwaltungsportalen, Online-Formularen und weiteren öffentlich zugänglichen Webanwendungen angepasst werden.
Über den Autor

Robert Koch – erfahrener SaaS-Anwendungsdesigner und Berater für Geschäftsoptimierung durch Automatisierung. Ein begeisterter Hobbybrauer und Käsehersteller in seiner Freizeit.


